Magney Immobilien

Der einfache Makler-Vertrag (1/2)

Fr, 21.12.2018

von DANIEL MAGNEY

Einen „Vertrag“ mit jemanden zu schließen klingt formell und lässt viele Menschen an vorherigen Entscheidungen zweifeln. Bei Immobilienmaklern ist das nicht anders. Auch wir müssen mit Kunden unterschiedliche Verträge schließen.  

Durchatmen. Kein Grund zur Sorge und grundsätzlich erst einmal kein Nachteil für Sie als Verkäufer. 

Der Übersicht und Länge geschuldet werde ich zu diesem Thema 2 Beiträge schreiben. Nach den beiden Blogbeiträgen werden Sie also die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Verträge kennen und wissen warum ein qualifizierter Alleinauftrag eine Win-Win-Geschäft ist.

Los geht’s!

Andere Makler, andere Verträge. Es gibt keine einheitliche Formvorschrift! Achten Sie also sorgsam auf die Auswahl Ihres Partners. 

Der einfache Maklerauftrag – wohl oder übel?

Der einfache Maklerauftrag. Ein formfreier Vertrag zwischen Verkäufer und Immobilienmakler. Dieser Auftrag kommt schriftlich, mündlich oder durch schlüssiges Handeln zu Stande. Wie jeder andere Vertrag auch kommt er durch Angebot und Annahme zustande.  

So weit, so klar.  

Jetzt kommt die „Besonderheit“.  

Dieser Vertrag verpflichtet den Makler nicht dazu seiner eigentlichen Tätigkeit aktiv nachzukommen.  

Auf gut deutsch bedeutet das, dass der Immobilienmakler in der Regel außer einem lieblosen Exposé auf seiner Homepage nicht weiter unternehmen wird, Ihre Immobilie erfolgreich zu verkaufen. 

Kommt jemand – schön, kommt niemand – auch egal. 

Warum macht der Immobilienmakler das also?   

Ganz einfach.   

Dieser Vertrag schließt nicht aus, dass der Eigentümer noch weitere Makler aufsucht und diese mit der Vermarktung beauftragt. Die Erfolgsaussichten jedes einzelnen schwinden somit mit jedem weiteren Makler im Bunde. Und das bedeutet, dass das Risiko steigt zu arbeiten und kein Geld zu verdienen.

Und niemand geht arbeiten um am Ende des Monats einen feuchten Händedruck von seinem Chef zu bekommen, oder? 

Zu viele Köche verderben eben sprichwörtlich den Brei. 

Zurück zur Mission: „Hausverkauf mit einfachem Maklervertrag“. 

Stellen wir uns also nun folgendes Szenario vor.  

Familie X hat ein Haus und möchte es verkaufen. Sie beauftragt 5 regionale Makler mit der Vermarktung und schließt jeweils einen einfachen Maklerauftrag ab. Die Immobilie wird von allen Maklern in Augenschein genommen und individuell bewertet.

Jetzt geht’s los.

5 unterschiedliche Exposés mit sehr wahrscheinlich 5 unterschiedlichen Preisen auf den Homepages der Immobilienmakler. Vielleicht haben 2 Makler genügend Kontingent bei großen Onlineplattformen wie zum Beispiel Immoscout oder Immowelt und stellen nun die exakt gleiche Immobilie mit 2 verschiedenen Exposés und Verkaufspreisen auf eine Plattform.  

Was glauben Sie nun, wie das auf Interessenten wirkt?

Richtig, sehr bescheiden

Skepsis ist die Folge.  

„Da stimmt doch was nicht“ und „Ach, da will uns jemand veräppeln“ ist jetzt noch das einzige was die eifrigen Immobiliensuchenden für das Häuschen übrig haben. 

Die Immobilie wird uninteressant und das hat zur Folge, dass die Vermarktung sich zieht wie ein Kaugummi. Irgendwann ist das Haus dann auf dem Markt „verbrannt“ und quasi unverkäuflich und nur noch für einen Spotpreis.

Es liegt auf der Hand. Kokolores

Wir rudern noch einmal zurück und unterstellen einen kleinen Zwischenerfolg in Form von Besichtigungen mit Interessenten. 

Von der Organisation der 5 unterschiedlichen Ansprechpartner, also den Maklern, mal ganz abgesehen – jeder Makler hat in der Regel auch einen eignen Kundenkreis oder eine spezielle Zielgruppe.  

Der Aufwand für Sie als Eigentümer multipliziert sich also nun auf von einem hochmotivierten Ansprechpartner der Ihre Immobilie exklusiv anbietet auf insgesamt 5 halbherzige Immobilienmakler die nun lapidar versuchen Ihr Zuhause mit einfachsten Mitteln zu verscherbeln.  

Richtig – auch Kokolores.

Gibt es nun also Vorteile? 

Na ja, bis auf eine hoffentlich professionelle Beratung zu Beginn der Vermarktung für meinen Geschmack nicht wirklich. 

Als Eigentümer gäbe es bei dieser Vertragsform noch die Möglichkeit den Vertrag mit einem präsentierten Interessenten oder einem Bekannten zu schließen und den Maklervertrag vorher zu kündigen. Klassischer Vorwand: „Wir möchten doch lieber privat verkaufen“. Der Immobilienmakler hat dann kaum eine Grundlage oder Chance seine investierte Zeit und Arbeit tatsächlich in Form einer Vergütung geltend zu machen. 

Moralisch sicherlich unterste Schublade – aber denkbar. 

Fazit: 

Der einfache Maklervertrag ist so, als würden Sie irgendetwas Essbares in einen Kochtopf schmeißen und hoffen, dass eine wunderbare Mahlzeit herauskommt. Ohne auf die richtigen Zutaten zu achten kommt sicherlich eine ungenießbare Masse heraus die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht schmecken wird – ähnlich wie beim einfachen Maklervertrag.

Was ist nun die Alternative dazu? Der Alleinauftrag oder der qualifizierte Alleinauftrag. 

Der 2. Teil der Blogreihe wird in der kommenden Woche erscheinen und weiter Licht ins Dunkle bringen. 

Danke für Ihre Zeit und viele Grüße

Daniel Magney